Nördliche Breitmaulnashörner

Ceratotherium simum cottoni

Übersicht Bestand

(Stand Jänner 2015)

In freier Wildbahn gilt das Nördliche Breitmaulnashorn (Ceratotherium simum cottoni) als ausgestorben, nachdem zuletzt im Jahr 2007 noch vier Exemplare im Garamba-Nationalpark in der Demokratischen Republik Kongo beobachtet werden konnten, seit 2008 jedoch keine Tiere mehr gesichtet wurden. Es leben weltweit nur mehr drei (1,2) Nördliche Breitmaulnashörner in einer Einrichtung in menschlicher Obhut:

 

Die letzten ihrer Art

Stammbaum Nördliche Breitmaulnashörner (Ceratotherium simum cottoni):

Stammbaum NWR

Download PDF/ZIP: Stammbaum Nördliche Breitmaulnashörner (278)

Nabiré (789) – am 27. Jui 2015 verstorben, siehe –> Farewell, Nabire!

Das einzige in Europa lebende Nördliche Breitmaulnashorn ist Nashorn-Weibchen Nabiré in Dvůr Králové. Sie kam am 15. November 1983 in Dvůr Králové zur Welt. Ihre Mutter ist Nasima (#351, *~1965 in Uganda, † 26 Juni 1992 in Dvůr Králové), ihr Vater Sudan (#372). Um sie über den Tod von Freundin Nesari im Mai 2011 hinweg zu trösten, wurde Nabiré mit dem elf Jahre älteren Natal, einem Südl. Breitmaulnashorn-Bullen, vergesellschaftet – was sehr gut geklappt hat.

Nabire mit Katzen

Nabiré, das einzige Nördliche Breitmaulnashorn-Weibchen in Europa, mit zwei kätzischen Freunden, 5. Oktober 2014 (Foto: Zoo Dvůr Králové)

Nachwuchs: Nabiré war bisher noch nie trächtig. Eine Untersuchung im Juli 2014 zeigte, dass ihre Gebärmutter mit zahlreichen kleinen Zysten gefüllt ist. Ihr linker Eierstock ist intakt, eine Eizellenentnahme möglich. Allerdings muss vorher noch eine große Zyste, die den Zugang zum Eierstock blockiert, entfernt werden. Am 6. Oktober 2014 wurde von Experten des Berliner IZW gemeinsam mit Experten aus dem Zoo versucht, diese Zyste zu entfernen. Für den Eingriff wurde eine eigene Kran-Konstruktion gebaut. Doch mußte der Eingriff, insbesondere eine Entnahme von Eizellen, auf Grund der bereits lange andauernden Narkose, dessen Verlängerung für Nabiré eine gesundheitliche Gefährdung dargestellt hätte, abgebrochen werden. Es ist geplant, diesen Eingriff im heurigen Jahr fortzusetzen.

Nabire

Für die Untersuchung und den Eingriff wurde eine spezielle Vorrichtung gebaut. Das Stehen ist für das Tier besser und auch den Tierärzten wird so der Zugang zu den Organen erleichtert. Nabire, 6. Oktober 2014 ((Foto: Zoo Dvůr Králové)

Nabire

Nabirés Gebärmutter ist voller Zysten! Ultraschall-Untersuchung durch IZW-Experten, 6. Oktober 2014 ((Foto: Zoo Dvůr Králové)

 

Nola (374) – verstorben am 22. November 2015 siehe –> Farewell, Nola!

Nola ist das einzige in den USA lebende Nördliche Breitmaulnashorn. Sie wurde ~1974 im Sudan geboren und kam am 19. September 1975 nach Dvůr Králové. Seit dem 14. Oktober 1989 lebt Nola im San Diego Zoo Safari Park (San Diego Wild Animal Park). Nola hat sich mit Chuck, einem rund 45 Jahre alten Südlichen Breitmaulnashorn-Bullen, angefreundet und wandert oft mit ihm durch die große Safari-Anlage. Altersbedingt leidet sie an Arthritis. Erst neulich mußte sie auch wegen einer akuten Nebenhöhlenentzündung behandelt werden (siehe –> Nola und die rinnende Nase).

Nola

Nola, das einzige Nördliche Breitmaulnashorn-Weibchen in den USA, 6. Jänner 2014 (Foto: San Diego Zoo Safari Park)

Nachwuchs: Den Nördl. Breitmaulnashorn-Bullen Angalifu, 348, der im Dezember 2014 über die Regenbogenbrücke gegangen ist, hat sie nicht besonders mögen Die beiden haben sich nie gepaart.

 

Sudan (372)

Sudan ist der einzige noch lebemde Nördliche Breitmaulnashornbulle. Er kam ~1973 im Sudan zur Welt. Seit 19. September 1975 lebte er in Dvůr Králové. Am 19. Dezember 2009 wurde er im Rahmen von The Northern White Rhino Survival Project in das Ol Pejeta Reservat in Kenia gebracht.

Sudan

Sudan im Ol Pejeta Reservat, Februar 2014 (Foto: Martin Ladnar)

Nachwuchs: Er hat bisher drei Töchter gezeugt, Nabire und Nájin, geboren 1983 bzw. 1989. Das dritte Baby, geb. 18. Juli 1991, war nicht lebensfähig, da es zu früh geboren wurde. Altersbedingt ist die Qualität seines Samens sehr niedrig. Seine Spermien sind einer aktuellen Untersuchung zufolge nicht mehr für eine künstliche Besamung verwendbar. Jedoch für eine künstliche Befruchtung, bei der die Spermien direkt in die Eizelle injiziert werden.

 

Nájin (943)

Nájin, Schwester von Nabire, kam am 11. Juli 1989 in Dvůr Králové zur Welt (Mutter: Nasima,  Vater: Sudan). Sie wurde am 19. Dezember 2009 im Rahmen von The Northern White Rhino Survival Project in das Ol Pejeta Reservat in Kenia gebracht. Sie ist eine liebevolle und beschützende Nashorn-Mama.

Nájin

Nájin im Ol Pejeta Reservat, 28. November 2014 (Foto: Jan Stejskal)

Nachwuchs: Nájin war bisher nur ein Mal trächtig, am 20. Juni 2000 gebar sie Tochter Fatu. Auf Grund des Zustandes ihrer Hinterbeine würde sie derzeit einen vollständigen Deckungsakt wahrscheinlich nicht durchhalten. Se ist aber eine Kandidatin für eine künstliche Besamung durch gefrorenen oder frischen Samen eines Nördlichen Breitmaulnashorns. Auch eine Eizellenentnahme wird überlegt.

Nájin

Nájin wird von Experten des IZW untersucht, Ol Pejeta Reservat, 29. November 2014 (Foto: Jan Stejskal)

 

Fatu (1305)

Fatu, die Tochter von Nájin (943) und Saut (373, *~1972 im Sudan, † 14. August 2006 in Dvůr Králové), wurde am 29. Juni 2000 in Dvůr Králové geboren. Sie wurde am 19. Dezember 2009 im Rahmen von The Northern White Rhino Survival Project in das Ol Pejeta Reservat in Kenia gebracht.

Fatu

Fatu im Ol Pejeta Reservat, 28. November 2014 (Foto: Jan Stejskal)

Nachwuchs: Fatu war bisher noch nie trächtig. Untersuchungen durch Spezialisten des IZW Berlin im November 2014 ergaben, das Fatu körperlich gesund sei. Sie hätte jedoch pathologische Veränderungen in der Gebärmutter, weshalb (derzeit) eine Trächtigkeit bzw. das vollständige Austragen eines Nashorn-Babys nicht möglich sei. Es wird überlegt, ob eventuell eine Kürettage (Ausschabung der Gebärmutter), ein Verfahren, das in der Humanmedizin und bei Pferden erfolgreich angewendet wird, Abhilfe schaffen könnte. Sie wäre auch eine Kandidatin für eine Eizellentnahme für eine In-Vitro-Fertilisation.

Fatu

Fatu wird von Experten des IZW untersucht, Ol Pejeta Reservat, 29. November 2014 (Foto: Jan Stejskal)

 

Quelle: Zoo Dvůr Králové und Ol Pejeta Conservancy

© Foto Header-Grafik: Dana Holečková / Zoo Dvůr Králové; © Fotos: San Diego Zoo Safari Park; Martin Ladnar und Jan Stejskal / Zoo Dvůr Králové, mit freundlicher Genehmigung

Last update 22. November 2015

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